LAMBDA-Nachrichten Nr. 101

Die Seite der HOSI-Jugend

Jugendcorner

T-Shirts für linke Emanzen

Benita Ferrero-Waldner hat unbeabsichtigt die heimische Szene um ein Kultobjekt bereichert. Die Schuld an ihrem Scheitern bei der Bundespräsidentenwahl schob sie einfach den Emanzen in die Schuhe: „Natürlich haben die Emanzen geschadet, vor allem die Linken.“ SPÖ und Grüne reagierten sofort und entwarfen jeweils eigene T-Shirts, die sich großer Beliebtheit erfreuen.

Das Leiberl von Grüne andersrum ist pink mit weißer Aufschrift „Linke Emanze“ und körperbetont geschnitten. Mittlerweile ist die Frauengruppe von Grüne andersrum unter der Bezeichnung „Linke Emanzen-Crew“ aktiv. Am 2. Juli veranstalteten sie, um sich vorzustellen, das erste Linke Emanzen-Fest im FZ-Beisl des WUK.

Die SPÖ-Frauen installierten sofort nach Benitas Sager die umfangreiche Homepage www.linkeemanzen.at, auf der Kommentare, LeserInnenbriefe und Interviews sowie ein Ideenwettbewerb zum Thema zu finden sind. Natürlich gibt es auch ein Bestellformular für das T-Shirt! Es ist etwas schlichter gehalten, mit schwarzer Schrift auf weißem Stoff, und kostet in jeder Größe € 10,– inklusive Versandkosten.

Liebe fragt nicht nach Chromosomen

Aktion Standesamt
Der HOSI-Wien-Wagen wurde gemeinsam mit den Wiener Neustädter Junx und der Uni-Gruppe i:q gestaltet, und DJ Marels sorgte wieder für flotten Clubsound

Dieses Jahr hat sich eine tolle Kooperation zwischen der Jugendgruppe der HOSI Wien, Junx Wiener Neustadt und identity queer ergeben. Um etliche organisationswütige Leute gewachsen, konnten wir einen großen Beitrag für die neunte Regenbogen-Parade realisieren.

Am Sattelschlepper beehrte uns wieder Mark alias DJ Marels, der für flotten Clubsound sorgte. Die Dekoration des LKW bestand aus Gummibärchenpärchen beider Geschlechter, die sich in mehreren Konstellationen (lesbisch, schwul und bisexuell) in Regenbogenfarben aneinander reihten. „Liebe fragt nicht nach Chromosomen“ und in Folge auch nicht nach dem Geschlecht, wollten wir damit ausdrücken. Die Unterscheidung der Geschlechter konnte man bei den Gummipärchen nur aufgrund der schwarzen Balken treffen. Die weiblichen Bärchen hatten zwei schwarze Querbalken, die männlichen einen Längsbalken. Als kleines Give Away zu den Flyern von junX und i:q warfen wir echte Gummibärchen in die Menge.

Beim Museumsquartier angekommen, war die Erschöpfung groß, denn an diesem Tag hatten alle von uns irgendeine Funktion: SchildträgerIn, Security oder Rikscha-FahrerIn. Unsere Erfolgsbilanz: rund 4.000 verteilte Flyer und Gummibärchen, ein LKW voller gut gelaunter Menschen und frische Sonnenbräune im Gesicht.

CHiLLi – Würziges für junge Leute

Jeden Dienstag bekommen hunderte Jugendliche sowie Redaktionen die aktuelle Newsmail von ChiLLi.cc, der Wiener Jugend-Internetseite. CHiLLi ist ein unabhängiges Medium, das für Gleichberechtigung, Toleranz und Demokratie eintritt und sich gegen Rassismus, Sexismus und das Unrecht in Politik, Gesellschaft und vor allem in der Schule auflehnt. Die RedakteurInnen von CHiLLi sind nämlich alle noch im Schulalter oder studieren noch.

„Die Redakteure und Redakteurinnen – übrigens ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Burschen und Mädchen – bekommen zu Beginn ihrer journalistischen Tätigkeit eine kurze Ausbildung von CHiLLi spendiert“, erzählt Jürgen (20), der früher für CHiLLi geschrieben hat. Die folgende Mitarbeit ist zwar ehrenamtlich, aber Ausbildung und Praxis sind mitunter ein Sprungbrett für eine spätere Laufbahn in den Medien.

Die Beiträge sind anspruchsvoll, aber dennoch leicht zu lesen. Mutig gehen die „CHiLLis“, wie die Schreiberlinge von Chefredakteur János Fehérvány genannt werden, an schwierige Themen heran. Ehrlich berichten sie über Magersucht, führen Gespräche mit Schuldirektoren, prüfen das Kulturangebot und äußern sich zu internationaler Politik.

Wenn du die Newsmail bestellen willst oder selbst aktiv Artikel verfassen möchtest, klick mal auf www.chilli.cc.

Bettina Nemeth