LAMBDA-Nachrichten Nr. 101

Aufgekocht

Spanischer Kokospudding

Hallo meine Lieben!

Die heutige Kolumne (samt kalorischer Leckerei) widme ich dem Menschen, der das Unmögliche möglich gemacht hat und mich nun schon seit mehr als zwölf Jahren täglich an seiner Seite hat, ohne mir in regelmäßigen Abständen den zarten Hals umzudrehen!

Wie ihr sicher schon erraten habt, geht es hier um meinen Freund Oliver. Wir lernten uns vor gut zwölf Jahren nach mehreren Anläufen in einer üblen Tunten-Spelunke in der Stadt Wuppertal kennen. Die zahlreichen Anläufe benötigten wir, denn immer, wenn wir uns über den Weg liefen, war einer von uns beiden bereits „vergeben“ und hatte irgendein anderes Bürschchen an seiner Seite (wir waren halt auch mal jung und wild!).

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Oliver mit Hund

Als wir uns dann an jenem besagten Abend begegneten, frei und ungebunden (ausnahmsweise mal…), machte es einen Riesenknall, und wir verliebten uns über beide Ohren ineinander. Wir hatten beide das Gefühl, das fehlende Teil gefunden zu haben, das wir bis dahin erfolglos gesucht hatten. Nach kurzer Zeit zogen wir zusammen, und irgendwann beschlossen wir dann, unser gemeinsames Glück in Spanien zu suchen (das war jetzt die Kurzfassung der Geschichte).

Wir eröffneten vor fünf Jahren ein nettes Tuckenhotel (www.villadelossuenos.com) und hatten zum Glück auch von Anfang an recht gut zu tun. Die ersten Arbeitstage (und Wochen, und Monate...) waren nicht ganz einfach, denn es war bis dahin das erste Mal, dass wir zusammen arbeiteten – und beide haben wir einen enormen Dickschädel.

Dementsprechend oft hat es dann auch in der Anfangszeit kräftig gerumst. Ständig musste der eine dem anderen in seine Arbeit hineinreden (erwähnte ich, dass wir beide leicht zur Besserwisserei neigen?). Und doch, wir haben unseren Weg gemacht, auf die einzige Art, die möglich ist! Das Zauberwort lautet „Toleranz“: Wir mussten lernen, den anderen so zu nehmen, wie er eben ist, mit all seinen Stärken und Schwächen (von letzteren besitze ich natürlich keine). Wir mussten lernen, in die Fähigkeiten des anderen Vertrauen zu haben – und ganz wichtig: Wir mussten uns unsere Aufgabengebiete suchen und so unsere Stärken und Interessen in die tägliche Arbeit einfließen lassen.

Wir feiern dieser Tage unser 5-Jahres-Jubiläum als Hoteliers, und ich muss sagen, dass der Weg bis hierher auch unsere Beziehung gestärkt und dieser eine ganz besondere Qualität verliehen hat. Oliver ist der Mensch, der mich Tag für Tag akzeptiert, wie ich bin, mit allen Ecken und Kanten, er ist der Mann, ohne den ich viele Situationen meines Lebens nicht so gut gemeistert hätte, denn er war und ist immer an meiner Seite, wenn ich seine Nähe und seinen Rat gebraucht habe oder brauche, und das ist bestimmt nicht die leichteste Aufgabe.

Oliver, ich liebe dich!

Falls es denn doch einmal ein paar Wogen zu glätten gibt, muss eine kleine Kalorienbombe her, die alles friedlich stimmt: Spanischer Kokospudding.

DAS REZEPT:

Zutaten:
- 6 EL Zucker
- 6 EL Wasser
- 6 TL Kokosflocken
- 4 Eier
- 4 EL Zucker
- 500 ml Milch
- 1 Prise Vanillepulver
- 1 TL Zimt

6 EL Zucker und Wasser erhitzen und karamellisieren lassen, in kleine Auflaufformen geben und dabei schwenken, sodass die Innenwände zu zwei Drittel mit dem Karamell bedeckt sind. Nun die Kokosflocken in die Förmchen geben.

Die Eier und 4 EL Zucker in einer Schüssel ordentlich glattrühren und die aufgekochte Milch unter ständigem Rühren (Vorsicht – nicht schaumig rühren!) langsam dazugießen. Zuletzt müssen nur noch die Vanille und der Zimt dazugegeben werden – und die Masse kann in die Auflaufformen gegossen werden.

Selbige werden nun in ein heißes Wasserbad gestellt und für etwa 40 Minuten in den auf 180° vorgeheizten Backofen geschoben.

Den fertigen Pudding unbedingt kaltstellen und zum Servieren auf einen Teller stürzen.

Weitere Geschichten und Rezepte unter: www.uwekocht.com

Portraitfoto
Uwe Krauser